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Bill Gates: Trägt er tatsächlich eine Mitschuld an der Corona-Pandemie?

Der Mitbegründer von Microsoft, Bill Gates, taucht immer im Kontext von sogenannten „Querdenkern“ und Verschwörungstheoretikern auf und ihm werden viele Beschuldigungen im Bezug auf Corona gemacht. Doch was ist an den Vorwürfen und an der „Gates-Verschwörung“ dran?

William „Bill“ Henry Gates ist 65 Jahre alt, Mitgründer von Microsoft und mit einem Vermögen von knapp 120 Milliarden US-Dollar aktuell der drittreichste Mensch der Welt. Im Moment wird aber nicht über das von ihm gegründete Microsoft oder sein unfassbares Vermögen geredet, sein Name wird von „Querdenkern“ und Verschwörungstheoretikern wie dem Ex-Fernsehkoch Attila Hildmann auf dreiste Art und Weise beschmutzt. Er wird unter anderem beschuldigt, die Corona-Pandemie ausgelöst zu haben, um durch Zwangsimpfungen Mikrochips in Corona-Infizierte zu implantieren, mit denen er Menschen fernsteuern wolle. In diesem Zusammenhang wird außerdem behauptet, dass er dadurch die Weltherrschaft an sich reißen möchte.

Wie kommen „Querdenker“ wie Attila Hildmann auf solche Gedanken?

Konkret haben Attila Hildmann & Co dabei die Milliarden-Spenden an die Weltgesundheitsorganisation WHO auf dem Radar. Über die „Bill and Melinda Gates Foundation“ spenden Gates und seine Frau nämlich regelmäßig an diese. Die Spenden seien in Wahrheit jedoch Bestechungsgelder an korrupte Wissenschaftler und Politiker mit dem Ziel, heimlich einen tödlichen Corona-Impfstoff zu entwickeln, der den Geimpften schaden, sie fernsteuern oder sogar umbringen soll. Angeblich will Gates damit entweder seine Macht erweitern oder ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen auslöschen.

Darum ist die „Gates-Verschwörung“ aber völlig absurd

Bill Gates ist schon vor Jahren bei Microsoft ausgestiegen, um sich voll und ganz seiner Stiftung und somit dem guten Zweck zu widmen. Außerdem ist er schon 65 Jahre alt und hat mit Sicherheit keinerlei Interesse an einer Weltherrschaft. Er ist zudem noch nicht einmal politisch aktiv. „Es gibt eine schlechte Kombination von einer Pandemie, sozialen Medien und Menschen, die nach einer einfachen Erklärung suchen“, sagte er gegenüber dem amerikanischen Nachrichtensender CNN. Weiter erklärte er: „Unsere Stiftung hat mehr Geld für den Kauf von Impfstoff gegeben, als jede andere Organisation, um Leben zu retten“.

Die Wahrheit würde von den Propagandisten im Netz also einfach verdreht, um auf einfache Art und Weise einen Sündenbock, also einen Schuldigen für die Corona-Pandemie zu finden. Bei den „Beweisen“, dass er die Pandemie ausgelöst haben soll, handele es sich um dreiste Lügen und gezielte Fake-News, so Gates. Außerdem brach das Virus nach jetzigem Erkenntnisstand auch nicht in den USA aus, sondern in der chinesischen Großstadt Wuhan. Wie wahrscheinlich ist es bitte, dass Bill Gates von einem Chemielabor in China aus eine weltweite Krise ausgelöst haben soll, um davon persönlich zu profitieren? Vor allem, wo er mehr oder weniger im Ruhestand ist?

Meine Meinung / Fazit

Insgesamt muss man feststellen, dass die Behauptungen, dass Bill Gates Schuld an der Pandemie sei oder einen „Mikrochip-Impfstoff“ entwickeln will, auf gar keinen Fall gehalten werden können.
Vielmehr wird Gates von Querdenkern einfach nur als Mittel zum Zweck benutzt: als Propaganda-Werkzeug, um die Gesellschaft zu spalten und immer mehr Menschen gegen die angeblichen Eliten der Wirtschaft und Politik aufzuhetzen. Diese Methode hat Tradition und ist mehr als gefährlich.

Die Wahl von prominenten Persönlichkeiten wie Bill Gates oder gerne auch von den Rothschilds (der Rothschild-Clan war ein einflussreicher und in der Bankenbranche tätiger jüdischer Familienclan) als Bösewicht ist dabei auch ganz bewusst getroffen worden, um die Aufmerksamkeit von gleichgesinnten und ähnlich-gesinnten zu bekommen. So kommen verschiedenste radikale und teils antisemitische Lager zusammen.

Es ist also mehr als nur wichtig, Verschwörungstheoretikern wie Attila Hildmann erst gar kein Gehör zu schenken. Anstatt auf solche radikalen Menschen zu hören, sollte man sich lieber seine eigene Meinung mithilfe von gut recherchierten Quellen bilden.

Text: Jakob Reidick (Q1)

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