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Gerechtigkeit am Rats

 

Vor kurzem gab es Halbjahreszeugnisse und viele Schüler*innen fanden und finden ihre Noten nicht immer gerecht. Aber was ist eigentlich gerecht?

Gerechtigkeit am Rats ist ein wichtiges Thema, deshalb haben wir, der PP7-Kurs, einen Artikel darüber und über verschiedene Gerechtigkeitsformeln verfasst.

Aber zuerst stellt sich die Frage, warum es wichtig ist, über Gerechtigkeit nachzudenken.

Ganz einfach: weil dieses Thema im Schulalltag immer wieder vorkommt und es viele Situationen gibt, in denen wir uns über Ungerechtigkeit ärgern.

 

Unserer Meinung nach bedeutet Gerechtigkeit, dass jeder das erhält, was er oder sie benötigt oder was er geleistet hat, und dass auch auf die Möglichkeiten der Person geachtet wird.

Es gibt Gerechtigkeitsformeln: jedem das Gleiche, jedem nach seiner Leistung, jedem nach seinen Bedürfnissen und jedem nach seinen Möglichkeiten.Diese Gerechtigkeitsformeln sind schon im Laufe der Antike entstanden.

• Jedem das Gleiche: Alle Personen bekommen das Gleiche, z.B. die gleichen Aufgaben.

• Jedem nach seiner Leistung: Jeder bekommt das, was ihrer oder seiner Leistung zugeordnet wird.Dies wird bei uns der Schule meist so gemacht.

• Jedem nach seinen Bedürfnissen: Jeder bekommt das, was er benötigt.

• Jedem nach seinen Möglichkeiten: Jeder bekommt das, was auf seine Möglichkeiten zugeschnitten ist bzw. was er oder sie braucht, um die gestellte Aufgabe bewältigen zu können.

 

Wir haben im Schulalltag beobachtet, dass ein Schüler mit Rot-Grün-Schwäche im Erdkundeunterricht Probleme hatte. Für ihn war es schwierig, mit dem Globus zu arbeiten, weil er die Farben Rot und Grün nicht gut voneinander unterscheiden konnte. Auf diese Einschränkung könnte man im Sinne der Gerechtigkeitsformel „Jedem nach seinen Möglichkeiten“ eingehen und z.B. mit einem Globus oder mit Karten arbeiten, die andere Farben außer Rot und Grün enthalten. Oder er könnte eine andere Aufgabe erhalten, für die die Farben keine Rolle spielen.

 

Das zweite Beispiel ist jemand mit einer Lese-Rechtschreibschwäche. Die Person kann zum Beispiel im Deutschunterricht nicht so gut mitmachen, aber in den Arbeiten bekommt sie ein bisschen mehr Zeit und ihre Rechtschreibfehler zählen zumindest in Klasse 5 und 6 nicht als Fehler und werden nicht benotet. Das ist eigentlich schon gerecht. Aber reicht das? Vielleicht sollte man den betroffenen Schüler*innen auch im Unterricht noch zusätzliche Hilfe anbieten.

 

Auch bei der Behandlung von Jungen und Mädchen am Rats stellt sich manchmal die Frage, wie gerecht sie behandelt und beurteilt werden.

Beispielsweise werden unserer Erfahrung nach Mädchen im Sportunterricht oft lockerer bewertet als Jungs. Als Verbesserungsvorschlag würden wir es gut finden, wenn beim 1000-Meter-Lauf, der für Mädchen ein 800-Meter-Lauf ist, die Strecke nicht nach Geschlecht festgelegt wird, sondern nach der körperlichen Verfassung und Leistungsfähigkeit.Schließlich gibt es auch sehr sportliche Mädchen und unsportliche Jungs.

Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Jungen im Unterricht viel öfter ermahnt werden als Mädchen. Dort sollten die Lehrer mehr nach dem Prinzip „Jedem das Gleiche“ handeln und auch bei den Mädchen konsequent durchgreifen.

 

In der 5. Klasse haben wir im Unterricht einen Roman gelesen. Mitschüler, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist, fällt es schwerer, solche Romane zu verstehen, da sie vielleicht Deutsch erst in der Grundschule oder später gelernt haben.

Dies zeigt sich auch bei Klassenarbeiten, z.B. Diktaten, oder beim Schreiben von Texten.

Eine Lösung wäre, dass diese Schüler einfachere Lesetexte bekommen oder einen zusätzlichen kostenlosen Deutschkurs erhalten, in dem erklärt und nachgeholt wird, was noch nicht verstanden worden ist.Auch hier geht es darum, jeden nach seinen Möglichkeiten zu fördern.

 

Natürlich kann man sich fragen, ob man die Gerechtigkeitsformel „Jedem das Gleiche“ auch auf die Noten anwenden kann. Wäre es gerecht, wenn jeder dieselbe Note erhalten würde? Nein, das wäre nicht gerecht. Wenn jemand nichts gemacht und einfach nur in die Luft geguckt hat, aber trotzdem eine gute Note bekommen würde, wäre das nicht fair, weil jemand anderes sich für diese Note richtig angestrengt hat.

 

Wie ihr sehen könnt, begegnet uns Gerechtigkeit immer wieder im Schulalltag. Wir haben euch Beispiele aus den Bereichen Junge/Mädchen, Beeinträchtigung wie LRS oder Schwierigkeiten, die durch eine andere Herkunftssprache entstehen können, gezeigt, sodass man zusammenfassend sagen kann, dass zwar vieles am Rats schon gerecht ist, aber manche Situationen noch gerechter gestaltet werden können. Außerdem wünschen wir uns, dass nicht nur die Leistung der Schüler*innen benotet wird, sondern auch die individuelle Entwicklung. Ebenso sollte möglichst oft auf die Möglichkeiten jeder Person Rücksicht genommen werden. Wir würden uns auf eine Umsetzung freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

der PP-Kurs der Klassen 7C und 7D

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