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Eine Woche ohne Handy – Eine Schülerin der Jahrgangsstufe 9 wagt das Selbstexperiment

Wenn man sich die Überschrift durchliest, werden viele von euch wahrscheinlich denken, dass ich verrückt bin, weil ich eine Schulwoche ohne Handy verbracht habe. Ich muss sagen, es ist gar nicht so schwer ohne Handy auszukommen. Mehr über meine Erfahrungen erfahrt Ihr im folgenden Bericht.

Es hat sich oft so angefühlt, als würde ein Tag viel länger dauern als sonst, weil ich nicht so viele Stunden damit verbracht habe, nur am Handy zu hängen und Spiele zu spielen oder Social-Media- Seiten abzuchecken. Außerdem habe ich viele Dinge getan, zu denen ich sonst keine große Motivation habe, obwohl sie gemacht werden müssen, wie z.B. regelmäßiges Vokabel-Lernen oder mein Zimmer aufzuräumen. Aber ich habe auch mehr die Dinge getan, die ich gerne tue, aber die ich durch mein Handy nicht mehr so häufig mache, weil sie entweder viel Zeit beanspruchen oder einfach nicht ganz so einfach und entspannt sind, wie nur auf den Handybildschirm zu starren. Ich habe wieder angefangen zu zeichnen, was ich jetzt schon fast gar nicht mehr mache, obwohl ich mir immer wieder sage, ich solle anfangen zu zeichnen, damit ich besser werde. Ohne Handy tut man solche simplen Dinge, die man eigentlich jeden Tag machen könnte viel eher, weil man sich einfach schneller aufraffen kann.

Auch so etwas wie Lesen tut man mehr, um sich die Zeit entspannt zu vertreiben. Ich bin generell jemand, der gerne und viel liest, aber in dieser Woche habe ich sehr viel mehr gelesen als sonst. Abends, nachmittags nach der Schule und sogar im Bus auf dem Weg zur Schule. Es tat gut, weil man sich, meiner Meinung nach, produktiver fühlt wenn man etwas liest, als wenn man am Handy ist. Auch für die von Euch, die nicht viel lesen, könnte das eine schöne Erfahrung werden, einfach mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen und eine Geschichte zu lesen. Es ist ganz anders als Serien zu gucken, da man beim Lesen seine eigene Vorstellungskraft braucht und keine Bilder vorgesetzt bekommt.

Wenn man mal eine Zeit lang ohne sein Handy lebt, bekommt man auch einen kleinen Einblick in die frühere Zeit, als es Handys noch gar nicht gab. Also auch ungefähr die Zeit, in der unsere Eltern so alt waren wie wir. Damals haben die Jugendlichen noch viel mehr miteinander gemacht, was nicht beinhaltete nur aufs Handy zu gucken, immer nach dem besten Netz in den abgelegensten Ecken zu suchen oder einfach nur miteinander zu schreiben, anstatt sich wirklich zu treffen und etwas zu unternehmen.

Außerdem habe ich in dieser Zeit mehr auf mich selbst und meine Gesundheit geachtet. Ich habe eher an Dinge wie Gesichtspflege gedacht und habe weniger Süßigkeiten gegessen, die man sonst isst, wenn man abends irgendwelche Serien und Filme guckt.

Bis jetzt habe ich nur gute Dinge gesagt, aber natürlich habe ich auch Dinge vermisst. Vor allem habe ich es vermisst Musik zu hören, wann immer ich wollte. Ich höre viel Musik und vor allem im Bus habe ich sie vermisst, diese Stille war auch ein wenig ungewohnt und seltsam. Am meisten habe ich es vermisst, mich nach der Schule mit meinen Freunden über alles Mögliche auszutauschen oder einfach Smalltalk zu führen.

Wenn ihr Euch tatsächlich fragt, wie man so etwas überleben kann, solltet Ihr es selber mal ausprobieren und Eure eigenen Erfahrungen mit diesem Thema machen. Ich kann es ehrlich gesagt nur empfehlen, auch wenn ich natürlich irgendwie froh war, mein Handy nach dieser Woche wieder  zu benutzen, habe ich auch wieder aufgehört die oben genannten Dinge zu tun. Diese eine Woche war natürlich freiwillig, d.h. ich hätte dieses Experiment jeder Zeit abbrechen können, aber stellt euch mal vor, euer Handy geht kaputt und Ihr bekommt nicht sofort ein neues, weil Ihr bald Geburtstag habt oder Weihnachten ist, dann müsstet Ihr für eine gewisse Zeit auch auf euer Handy verzichten. Falls dies mal passieren sollte, oder Ihr auch auf euer Handy verzichtet, achtet mal auf die Dinge, die ihr daran schätzt oder eben nicht.

Karlotta Senge

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