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Wahlen in den USA: Die gespaltene Gesellschaft?

Am Dienstag den 3. November 2020 fanden die 59ten Präsidentschaftswahlen in den USA statt. In Amerika wird alle vier Jahre am Dienstag nach dem ersten Montag im November ein neuer Präsident gewählt. Dieser kann höchstens zweimal gewählt werden und somit acht Jahre im Amt bleiben. Viele wissen nicht, dass es in Amerika viele verschiedene Parteien gibt, wie zum Beispiel die Green Party und die Libertarian Party. Jedoch spielen in Amerika nur die zwei größten Parteien eine Rolle: Die Demokraten und die Republikaner. Nicht nur der November, sondern das gesamte Wahljahr ist ausschlaggebend für das Wahlergebnis.

Von Februar bis Juni finden die sogenannten Vorwahlen in jedem Bundesstaat statt. Je nach Bundesstaat werden hier entweder durch eine caucus (offene Wahl) oder durch eine Primare (geheime Wahl) die Delegierten gewählt. Um das grundlegende Prinzip des Wahlsystems in Amerika zu verstehen, sollte man erst einmal über die Funktion des Electoral Colleges Bescheid wissen. Das Electoral College besteht aus 538 Wahlmännern, die letztendlich die Wahl bestimmen. Die Bevölkerungsdichte in einem Bundesstaat entscheidet, wie viele Wahlmänner dem Staat zugeschrieben werden. Kalifornien hat somit auf Grund seiner hohen Bevölkerungsdichte 55 Wahlmänner, Wyoming beispielsweise nur drei. Dieses veraltete System, welches von den Founding Fathers 1776 in der Constitution etabliert wurde, sorgt dafür, dass einerseits kleinere Staaten die Möglichkeit bekommen etwas zu bewirken, jedoch die Gewichtung der Stimmen ungerecht verläuft. Eine Stimme in Wyoming ist somit dreimal so viel Wertc wie eine in Kalifornien. Dadurch, dass die Popular Vote, also die insgesamte Stimmenanzahl, an zweiter Stelle steht, kann es, wie 2016 bei Hillary Clinton und Donald Trump, vorkommen, dass die allgemeine Mehrheit für den einen Kandidaten stimmt, der andere jedoch gewinnt, da die Electoral Vote überwiegt, er es bzw. geschafft hat, mehr Wahlmännerstimmen zu erlangen.

In Amerika wird zwischen Red States (Staaten , die hauptsächlich in der Vergangenheit republikanisch gewählt haben), Blue States (Staaten, die hauptsächlich demokratisch gewählt haben) und Swing States, die wie der Name schon sagt relativ unentschieden zwischen beiden Seiten hin und her wechseln. Im Wahlkampft wird sich deshalb auch auf die Swing States mit den meisten Wahlmännern fokussiert. Florida mit 20 Wahlmännern, Michigan mit 17 Wahlmännern und Nevada mit 6 Wahlmännern waren in der Wahl 2020 von beiden Kandidaten sehr begehrte Staaten.

Vor allem in diesem Jahr bevorzugten aufgrund der Corona-Pandemie viele Bewohner Amerikas das sogenannte „Early Voting“ oder die Briefwahl. Dadurch, dass das Wahlsystem nicht auf einer direkten Wahl basiert, findet erst 41 Tage nach der Wahl die offizielle Wahl statt, in welcher die Wahlmänner meistens basierend auf dem Ergebnis in ihrem jeweiligen Staat, ihre Stimme in einem versiegelten Umschlag abgeben, welcher erst im Januar geöffnet wird. Dieser Vorgang ist lediglich ein repräsentativer, da die Amtswahl schon im November bekannt ist. Am 20. Januar des neuen Jahres erfolgt nun die Wahleinführung und der neue President of the United States zieht in das Weiße Haus ein, dieses Jahr zum Glück wieder mit Hund!

Ich habe mein Austauschjahr selbst 2019/20 in Amerika, genauer gesagt Las Vegas, verbracht und hatte deshalb im Jahr des Wahlkampfes noch einen anderen Blick auf das ganze Geschehen. Es war eine unglaublich interessante Erfahrung den Wahlkampf, den man sonst nur im TV mitbekommt, live mitzuerleben. Ich persönlich habe in einer Familie mit republikanischen Ansichten gewohnt und habe teils auch mit ihnen diskutiert. Auch die Ansichten meiner Freunde waren gespalten: Einige waren überzeugte Demokraten und haben Trump gehasst, andere waren aus verschiedenen Gründen Trump-Unterstützer. Ich habe meine Freunde und Familie gefragt, ob sie mir ein kleines Video, in dem sie ihren politischen Standpunkt und ihre Meinung zu dem Wahlergebnis 2020 vorstellen, schicken könnten. Diese habe ich für euch zusammengeschnitten:

Text: Paula Serpé (Q1)

Beitragsbild: AgnosticPreachersKid / Wikimedia

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